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Ebene 3 - Thema ausführlich: »Eine grundlegende Einschätzung«
Die Welt des Menschen hatte zu allen Zeiten angenehme und unangenehme Seiten. Eine nur angenehme Welt ist genauso wenig vorstellbar wie eine nur unangenehme Welt. Unsere heutige Situation ist jedoch nach unserer Auffassung durch einen außergewöhnlich großen Gegensatz zwischen diesen beiden Seiten gekennzeichnet: Das angenehme, freie, glücklich-sorglose Leben existiert neben dem unangenehmen, unfreien, leid- und gefahrvollen Leben.

Dabei ist es natürlich schwierig zu beurteilen, ob dieser Gegensatz heute krasser ist als früher; ob beispielsweise die Naturvölker, die Menschen des europäischen Altertums oder die mittelalterlichen Inder ein angenehmeres Leben hatten als wir heutigen Westeuropäer? Man sollte auf keinen Fall den Fehler begehen, irgendeine überlieferte oder andersartige Gesellschaft, die man nur aus dritter Hand kennt, einfach als »besser« einzustufen. Für Kritiker unserer Lebensweise ist das zweifelsohne verführerisch und geschieht oft nahezu unbemerkt durch die Sehnsucht nach einer besseren Welt. 
    So geschah es auch uns, als einige Ranger beim spielerischen Vergleich der modernen Lebensweise mit der traditionellen indianischen zu dem Schluss kamen, die Indianer hätten viel mehr die Freiheit gehabt, jederzeit das zu tun, was sie wollten. Wenn man sich allerdings einmal näher mit den umfangreichen, komplizierten Riten und Regeln des Zusammenlebens eingeborener Völker befasst, dann erscheint dieser Eindruck doch sehr fraglich zu sein. Nachdem wir das aufgedeckt hatten, kamen wir eher zu der Überzeugung, dass Indianer auch nicht weniger Sorgen und Ängste gehabt haben als wir. 

Das Bemühen sollte dahin gehen, die wesentlichen Merkmale unserer Lebensweise deutlich zu erkennen, um anschließend ihre Tauglichkeit für ein langfristiges Überleben der Menschheit in einer gesunden Umwelt zu beurteilen.

Die Weisheiten fremder Völker sollen uns dabei als Baumaterial dienen, um aufgedeckte Baumängel im Gebäude des modernen Weltverständnisses durch Altbewährtes und hoffentlich Besseres zu ersetzen oder zu ergänzen.
 
 

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