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Ebene 3 - Thema ausführlich: »Die Stimmen der Wissenschaftler, Teil 2«
Bei den Interviews mit den Wissenschaftlern des Wuppertal-Institutes stellten wir abschließend die folgende Behauptung auf:

»Der heutigen Gesellschaft fehlen grundlegende Werte, um eine Harmonisierug zwischen Mensch und Natur zurückzugewinnen!«

Nicht ohne Grund war dies unsere letzte Behauptung, denn nach unserer Ansicht liegt hier der »dritte Schlüssel«, um die Tore zu einer gelingenden Zukunft öffnen zu können. ...

  • Der »erste Schlüssel« ist eine wirksame und umweltverträgliche Bevölkerungspolitik in Afrika, Asien und Lateinamerika, um die Bevölkerungsexplosion zu stoppen. 
  • Der »zweite Schlüssel« ist eine durchgreifende und schnelle Umsetzung aller Möglichkeiten des technischen Umweltschutzes, die den Stoff- und Energieverbrauch für das System Erde verträglicher machen können.
  • Und der »dritte Schlüssel« ist ein Wertewandel, der dazu führen muss, dass ökologisch-soziales Handeln bei jedem Menschen zu einer Selbstverständlichkeit wird, die weder lästig noch »übermenschlich« sein darf. 
Die Antworten von Harry LEHMANN, Professor Peter HENNICKE und Professor Gerhard SCHERHORN waren bei dieser Frage recht unterschiedlich und man merkte deutlich, dass sie mehr die persönlichen Vorstellungen der Wissenschaftler berührte als ihre berufliche Aufgabenstellung.

LEHMANN sieht das größte Problem in der Trennung des Menschen von der natürlichen Umwelt und weniger in den Werten. So habe der Mensch kaum noch eine Möglichkeit, die Folgen seines Handelns unmittelbar zu erkennen. Erst an zweiter Stelle nannte er die Wertmaßstäbe der Verbrauchsgesellschaft, die wohl kaum dazu beitrügen, die Natur behutsam zu behandeln. Er geht jedoch davon aus, dass der Überlebenswille wohl ausreichend sei, die Menschheit in eine lebenswerte Zukunft zu führen - wenn die bei den ersten Probleme behoben werden könnten.
    SCHERHORN ist der Ansicht, dass wir durchaus die richtigen Werte hätten, diese nur nicht anwenden würden. Den Grund dafür sieht er in einem gestörten Miteinander, bei dem der eine nicht wüßte, was der andere macht und daher kaum jemand eine Veranlassung sähe, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Wenn die Menschen sich mehr füreinander interessieren und mehr miteinander reden würden - so SCHERHORN - würde auch schnell ein gemeinschaftliches »Wir-machen-alle-mit«-Gefühl entstehen.

HENNICKE war der Einzige, der unsere Behauptung uneingeschränkt bejahte. Er sieht in einem Wertewandel »Hin zu mehr Naturverständnis« eine der schwierigsten Aufgaben der Menschheit. Dennoch sei ein Wandel bereits erkennbar, wenn dies auch sehr langsam vor sich ginge.

Wie würden Sie diese Frage beantworten? Wir waren jedenfalls nicht zufrieden mit diesen Aussagen, denn sie gaben keine wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse wieder. 
    Um den Dingen auf den Grund zu gehen, nahmen wir uns vor, einmal den Alltag des heutigen Europäers näher unter die Lupe zu nehmen und auf diese Weise eine Art »alltäglich-durchschnittliche Weltanschauung« zu formulieren.

Wie sich herausstellte, waren unsere hilfreichen Lektoren bei diesem Abschnitt recht unterschiedlicher Ansicht, so dass es einige Mühe kostete, alle Aussagen halbwegs in Übereinstimmung zu bringen. Jeder sieht die Welt mit seinen eigenen Augen und bewertet das, was er erlebt, auf seine ganz eigene Weise. 

... haben wir wirklich Zeit? Beginnt die Geschichte gerade erst oder kommt sie in Wirklichkeit zu ihrem Ende? Gibt es wirklich einen Grund für die Annahme, daß »... wir es besser machen können ...«, wenn wir damit weitermachen, unsere immer erschreckenderen Probleme falsch zu interpretieren, wie wir es mit Hinblick auf (die) ... höchst fehlerhafte ... Weltsicht des Modernismus ... tun müssen? ...
    [Zitat Richard St. Barbe Baker - engl. Waldschützer, aus GOLDSMITH / Lit. 1, Seite 412]
 

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