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Ebene 3 - Thema ausführlich: »Neun neuzeitliche Philosophen«
[Texte zusammengestellt aus: FLEISCHER, GAARDER, LEX.PHIL, LUTZ, NORDHOFEN, POPPER, SOFIES, WEISCHEDEL]

Schon an den Grenzen dieses großen Staates ist klar erkennbar, dass wir uns unaufhaltsam unserer alten Heimat nähern. Die Städte und Dörfer, Häuser und Straßen kennen wir aus alten Zeichnungen nur zu gut. 
    Um Antworten auf unsere Fragen zu finden, begeben wir uns zu einer ehrwürdigen alten Universität. In der Abteilung Philosophie finden wir schnell einen strengen Dozenten mit Nickelbrille, schwarzem Gehrock und gestärktem Kragen, der gern bereit ist, uns zu antworten.

Geschichte
Mit dem Beginn der europäischen Neuzeit entwickelte sich die Philosophie durch die zunehmenden Erkenntnisse der Wissenschaften, durch die Aufklärung und durch einschneidende gesellschaftliche Veränderungen (neue Staats- und Gesellschaftssysteme, Verbesserung des Wohlstandes und der Bildung des Volkes u.s.w.) zu einem höchst vielfältigen und eigenständigen Fach. Im Gegenzug lösten wiederum die philosophischen Strömungen weitreichende gesellschaftliche Veränderungen aus. 
    Vor allem das Fehlen einer vorgeschriebenen Lehre wie bei den Religionen und die zunehmende Befreiung und Loslösung des Einzelnen von gemeinschaftlich getragenen Weltanschauungen sorgte für die großen Unterschiede in den Denkrichtungen. Dazu zählt insbesondere die abnehmende Bedeutung der christlichen Lehre seit der Renaissance.
    Für uns stellte sich nunmehr das gleiche Problem wie bei der »alten« Philosophie noch weitaus stärker: Viel zu unterschiedliche Meinungen, um daraus eine einheitliche Weltanschauung zu machen! Eine allgemeine Feststellung zur europäischen Philosophie, auf die in der CD-ROM »SOFIES Welt« besonders hingewiesen wurde, kann man aber offensichtlich treffen: In der ganzen Philosophiegeschichte schwankten die Antworten auf die großen Fragen immerzu zwischen »übernatürlich« und »naturgesetzlich« hin und her. Heute, im Zeitalter eines »kalten Zweckdenkens«, befinden wir uns in einer »naturgesetzlichen« Epoche [153]. 

Es ist nicht auszuschließen, dass sich der nächste Wechsel in der Form New Age-Bewegung und eines möglicherweise neuen wissenschaftlichen Denkmodelles bereits ankündigt. Man spricht dabei von einem möglichen »Paradigmenwechsel«.

Um die neuere europäische Philosophie im Rahmen dieser »Weltreise« zu besuchen, kam ich nicht umhin, aus der Unzahl von Denkern einige wenige auszuwählen und jeweils einzeln vorzustellen. 
    Dabei durfte ich nicht zu wenige auswählen, um der Vielfalt der Denkrichtungen halbwegs gerecht zu werden. Andererseits war mit jedem zusätzlich ausgewählten Philosophen immer weniger Tiefe beim Einzelnen möglich. In diesem Bewusstsein tat ich mich schwer, zu einer würdigen Auswahl für unsere Weltbildkonferenz zu kommen. Nach ausgiebiger Beschäftigung mit einschlägigen Büchern entschied ich mich für zwei der ganz Großen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und für sieben bedeutende moderne Philosophen, die möglichst verschiedene Denkrichtungen verkörpern. 
    Sicherlich lässt sich darüber streiten, ob diese Auswahl gelungen ist. Zwei unserer Lektoren wiesen uns eindringlich darauf hin. So ist zum Beispiel JONAS möglicherweise ein bedeutenderer Ethiker gewesen als SCHWEITZER; oder RICňURnicht der wichtigste Hermeneutiker*...
    Ganz bewusst wollte ich nicht von vornherein eine Auswahl treffen, die beispielhaft zu unserem Welthaus-Gedanken passt, um nicht unterschwellig eine bestimmte Richtung vorzugeben. 
    Ich habe im Folgenden versucht, die Kerngedanken knapp und in einfacher Sprache zu schildern und auf Fachbegriffe weitgehend verzichtet. Das schränkt zwar die einwandfreie Wiedergabe etwas ein, führt aber zu einem durchaus einschätzbaren »groben Gerüst«. Zudem habe ich hier auf die Nennung der Lebensfragen verzichtet, damit dieses »Gerüst« nicht unnötig unterbrochen wird. (Sie können die nach den Lebensfragen sortierten Antworten nochmals der Zusammenfassung entnehmen.)
    Nehmen Sie sich Zeit und versuchen Sie einmal, sich in die Gedanken dieser Philosophen einzufühlen, um vielleicht eine ungefähre Vorstellung ihrer weiträumigen Gedankengebäude zu bekommen. 
    (Daten zu den Lebensläufen der folgenden Denker finden Sie im Anhang. Die Sortierung der Philosophen stellt natürlich keine Wertung dar)
 

*) =  Philosophische Richtung, die ihre Erkenntnisse aus dem Deuten und dem Verstehen alter Aufzeichnungen gewinnt und die das »Verstehen des Verstehens« sucht
 

Zitate

153 = [SOFIES-CD] ... Die Geschichte der Philosophie schwankt zwischen der Metaphysik und der Anti-Metaphysik hin und her. ... Mit der überragenden Stellung, die Hegel einnahm, war das 19. Jahrhundert zumindest bis zu NIETZSCHE eindeutig von der Metaphysik geprägt. Das 20. ist hingegen ganz klar anti-metaphysisch. ...
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